„Methodikheft“ – Den Status Quo einer Kommune ermitteln

Sektor:

Sektorenübergreifend

Modellkommune:

Gesamtes Münsterland

Ideengeber:

FH Münster

Ausgangslage

Akteur:inneUm Maßnahmen umzusetzen zu können, benötigt man zunächst einen Überblick darüber, wie es um die Versorgungsbereiche (Medizin, Pflege, Therapie, etc.) steht. Dafür ist eine zuverlässige Datenlage unerlässlich. In der Regel erhält man diese Registerdaten von den Ländern (IT.NRW) und den Kassenärztlichen Vereinigungen. Im Projektverlauf hat sich jedoch gezeigt, dass diese Daten nicht ausreichend sind. Ein Beispiel dafür sind die datenschutzrechtlichen Einschränkungen, die beim Alter der ansässigen Mediziner:innen nur zwischen über- oder unter Sechzigjährigen unterscheidet. So lässt sich nur schwer einschätzen, wie schnell die Kommune in eine Unterversorgung geraten kann und ob akuter Handlungsbedarf besteht. Aus diesem Grund hat die FH Münster in einem aufwändigen ersten Arbeitspaket, die Datenlage in den verschiedenen Modellkommunen des Projekts „KommKom“ durch Interviews und Recherchen erhoben. Das Ergebnis stellen die ‚Datenanalysen‘ zu den jeweiligen Kommunen dar, die in den Praxisworkshops vorgestellt wurden.n der Projektworkshops haben bezahlbaren Wohnraum als Hindernis für den Beginn einer Ausbildung benannt. Häufig reicht das Ausbildungsgehalt nicht aus, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Dies gilt auch für die Stadt Rheine, die mit der zweitgrößten Stadt im Münsterland (nach Münster) ein beliebter Wohnort zwischen den Großstädten Münster und Osnabrück ist und einen hohen Mietspiegel vorweist. Zahlreiche medizinische Einrichtungen und auch eine Hochschule, mit dem Fokus auf Gesundheitsberufe, ziehen junge Menschen für eine Ausbildung oder Studium an. Viele davon müssen allerdings nach Rheine pendeln und für noch weiter entfernt lebende Menschen sind die Bedingungen immer wieder ein Ausschlusskriterium.

Ziel:

Auch nach dem Förderprojekt sollen die Kommunen in der Lage sein, den Status Quo zu ermitteln und Trends zu erkennen. So kann die Verwaltung nahende Engpässe reagieren, bevor es zu einer Unterversorgung kommt und beispielsweise Praxisnachfolgen proaktiv unterstützen.

Umsetzung:

Im Rahmen des Projektes stellt die FH Münster eine Anleitung für Kommunen zur Verfügung, die die Vorgehensweise im Projekt beleuchtet und die gewonnen Erkenntnisse zu den Erhebungen beinhaltet. Ein ‚Methodikheft‘ soll den Kommunen bei der Erhebung und Auswertung der Daten helfen und stellt ein wichtiges Werkszeug dar. Auf der Abschlussveranstaltung in Münster (2023) wird die Hochschule exemplarisch die Vorgehensweise demonstrieren.